Impressum und Datenschutzerklärung: Was deine Website in der Schweiz wirklich braucht
Braucht eine Schweizer KMU-Website ein Impressum? Und was muss seit dem neuen Datenschutzgesetz in die Datenschutzerklärung? Die Antworten in Klartext — plus was du getrost weglassen kannst.
Bidu
Webentwickler & Berater für KMU-Digitalisierung

Vorweg das Übliche, aber hier gehört es wirklich hin: Ich bin Webentwickler, kein Anwalt — das hier ist Praxiswissen, keine Rechtsberatung. Für Spezialfälle gehört eine Fachperson an den Tisch. Für die grosse Mehrheit der KMU-Websites reicht allerdings genau das, was jetzt kommt.
Der Anlass für diesen Artikel: In meinem Website-Check gehört das fehlende Impressum zu den häufigsten Befunden. Meist nicht aus Absicht — sondern weil beim Website-Bau niemand daran gedacht hat. Dabei ist es der billigste Vertrauensgewinn, den es gibt.
Impressum: Pflicht — und selbst wenn nicht, machst du es trotzdem
Die Rechtslage in Kürze: Wer online Waren oder Dienstleistungen anbietet, muss nach Schweizer Lauterkeitsrecht (UWG) klar angeben, wer dahintersteckt — Name, Adresse, Kontaktmöglichkeit. Das betrifft nicht nur Webshops: Auch die Handwerker-Website mit Angebotsseiten und Kontaktformular ist ein Online-Angebot.
Und darüber hinaus gilt die einfache Praktiker-Regel: Eine Firma, die verschweigt, wo sie sitzt, wirkt nicht diskret, sondern verdächtig. Kunden prüfen vor dem Anruf, wem sie ihr Geld geben. Google bewertet Vertrauenssignale. Ein Impressum kostet dich zehn Minuten — es wegzulassen kostet dich Aufträge.
Rein gehört:
- Firmenname gemäss Handelsregister (oder dein Name als Einzelunternehmer)
- Vollständige Adresse — ein Postfach allein genügt nicht
- E-Mail-Adresse, sinnvollerweise auch Telefon
- UID-Nummer, wenn du im Handelsregister bist (die CHE-Nummer)
Das ist alles. Kein Anwaltsprosa-Baustein über «Haftung für Links» nötig — diese Textwüsten stammen aus deutschen Vorlagen und haben in der Schweiz keine Funktion.
Datenschutzerklärung: Seit dem nDSG faktisch für jede Website
Seit September 2023 gilt das neue Datenschutzgesetz (nDSG), und es verlangt: Wer Personendaten bearbeitet, muss transparent darüber informieren. Der Punkt, den viele unterschätzen — praktisch jede Website bearbeitet Personendaten: das Kontaktformular sowieso, aber auch Statistik-Tools, eingebettete Google Maps oder YouTube-Videos, ja schon die Server-Logfiles deines Hosters.
In die Datenschutzerklärung gehört darum, in verständlicher Sprache:
- Wer verantwortlich ist — dein Betrieb, mit Kontakt
- Welche Daten anfallen und wozu — Formulardaten für die Anfrage-Bearbeitung, Statistikdaten zur Verbesserung der Website
- Welche Dienste mitlesen — Statistik-Tool, Karten, Videos, Newsletter-Anbieter; bei Diensten mit Servern im Ausland gehört das erwähnt
- Welche Rechte Besucher haben — Auskunft, Berichtigung, Löschung
Gute Nachricht: Für eine typische KMU-Website ist das eine A4-Seite, kein Buch. Es gibt solide Schweizer Generatoren als Startpunkt — wichtig ist, dass der Text zu deiner Website passt: Eine Datenschutzerklärung, die Dienste aufzählt, die du gar nicht nutzt, ist genauso falsch wie gar keine.
Und das Cookie-Banner?
Die Schweizer Antwort ist entspannter als die deutsche: Das nDSG kennt keine generelle Banner-Pflicht — Transparenz in der Datenschutzerklärung genügt in vielen Fällen. Brisant wird es erst, wenn deine Website auf Besucher im EU-Raum zielt (dann redet die DSGVO mit) oder du Marketing-Tracking einsetzt. Mein pragmatischer Rat: so wenig Tracking wie möglich einbauen — dann stellt sich die Banner-Frage oft gar nicht, und deine Seite lädt erst noch schneller.
Die Umsetzung: ein Nachmittag
- Impressum schreiben — die vier Angaben oben, fertig.
- Inventar machen: Welche Dienste laufen auf deiner Website mit? Formular, Statistik, Karten, Videos, Schriften — ehrlich auflisten.
- Datenschutzerklärung erstellen — Generator als Basis, aufs Inventar zusammenstreichen.
- Beide im Footer verlinken, auf jeder Seite. Versteckt im Untermenü nützt es niemandem — auch Google nicht.
Ob deine Website die beiden Seiten hat, zeigt dir der Website-Schnell-Check in zehn Sekunden. Und wenn du das Thema lieber in einem Aufwasch mit dem Rest deiner Website erledigst: Meld dich — das ist bei mir Standardteil jedes Website-Projekts, kein Zusatzposten.
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