Lokal gefunden werden: Google Business Profile in 2 Stunden richtig aufsetzen
Bei «Sanitär Notfall + Ort» entscheidet die Karte, nicht die Website, wer den Anruf bekommt. Der Eintrag ist gratis und in zwei Stunden sauber aufgesetzt – hier ist der Plan, Block für Block.
Bidu
Webentwickler & Berater für KMU-Digitalisierung

Google einmal «Elektriker Notfall» plus deinen Ort. Was kommt zuoberst? Nicht die schönste Website — sondern die Karte mit drei Einträgen, Bewertungssternen und einem Anruf-Knopf. Wer dort steht, bekommt den Anruf. Wer nicht, existiert für diesen Kunden nicht.
Der Eintrag dahinter heisst Google Business Profile. Er kostet nichts, gehört zu den wirksamsten Werbeflächen für lokale Betriebe — und ist bei den meisten KMU in erbärmlichem Zustand: falsche Kategorie, Öffnungszeiten von vorvorletztem Jahr, zwei dunkle Fotos. Das lässt sich an einem Nachmittag beheben. Hier ist der Plan.
Warum die Karte wichtiger ist als deine Website
Bei Suchen mit örtlichem Bezug — «Zahnarzt Thun», «Garage in der Nähe», «Schreiner Küche offerte» — zeigt Google zuerst das lokale Dreierpack aus der Karte. Erst darunter kommen die normalen Resultate. Dazu läuft die Mehrheit dieser Suchen auf dem Handy, wo der Anruf-Knopf direkt im Profil sitzt: Viele Kunden rufen an, ohne deine Website je gesehen zu haben.
Heisst im Klartext: Für die Laufkundschaft aus Google ist dieses Profil dein Schaufenster. Die Website kommt erst als zweiter Schritt.
Schritt 0: Das Profil gehört vielleicht schon dir — oder niemandem
Google legt Einträge für Firmen auch ungefragt an, aus Verzeichnissen und Karten-Daten. Such deine Firma also zuerst auf Google Maps: Gibt es den Eintrag schon, beanspruchst du ihn über «Inhaber dieses Unternehmens?»; gibt es keinen, erstellst du ihn auf business.google.com.
In beiden Fällen will Google einen Beweis, dass du wirklich der Inhaber bist — per Video, Telefon oder Postkarte an die Geschäftsadresse. Das dauert ein paar Tage. Die zwei Stunden unten beginnen, sobald die Bestätigung durch ist.
Die zwei Stunden, Block für Block
20 Minuten — Grunddaten. Exakter Firmenname, so wie er am Briefkasten steht. Nicht «Müller Sanitär ✓ Notfall 24h günstig Aarau» — solche Keyword-Stopferei verstösst gegen die Richtlinien und kann dich den Eintrag kosten. Dazu Adresse, eine Telefonnummer, die tagsüber jemand abnimmt, Website, Öffnungszeiten inklusive Feiertage.
10 Minuten — Kategorien. Der stärkste Hebel im ganzen Profil, und der am häufigsten verschenkte. Die Hauptkategorie so spezifisch wie möglich: «Sanitärinstallateur», nicht «Dienstleistungsunternehmen». Weitere Standbeine als Nebenkategorien.
30 Minuten — Fotos. Echte Fotos schlagen Stockbilder, immer. Das Gebäude von aussen (damit man dich wiedererkennt), der Empfang oder die Werkstatt, das Team, das Fahrzeug, drei bis vier gelungene Arbeiten. Handy-Qualität reicht völlig — schief und düster reicht nicht.
20 Minuten — Leistungen und Beschreibung. Erfasse deine wichtigsten Leistungen einzeln, mit zwei Sätzen Klartext. Die Firmenbeschreibung ohne «Ihr kompetenter Partner»-Floskeln: was du machst, für wen, in welchem Umkreis.
30 Minuten — Bewertungen anstossen. Google zeigt dir im Profil einen Link, mit dem Kunden direkt bewerten können. Schick ihn den letzten fünf Kunden, bei denen die Arbeit rund lief — mit einem ehrlichen Zweizeiler, nicht mit einer Massenmail. Und ab heute gilt: Auf jede Bewertung antworten. Auch auf die kritischen, gerade auf die: kurz, sachlich, lösungsorientiert. Künftige Kunden lesen deine Antworten mit — sie zeigen, wie du mit Reklamationen umgehst.
10 Minuten — Schlusskontrolle. Vorschau anschauen, Öffnungszeiten gegenprüfen, Telefonnummer anrufen (im Ernst — Tippfehler in der Nummer sind ein Klassiker).
Danach: 15 Minuten pro Monat
Das Profil ist kein Denkmal, sondern ein Schaufenster. Einmal im Monat: neue Bewertungen beantworten, ein aktuelles Foto hochladen, Betriebsferien eintragen. Ein sichtbar verwahrlostes Profil — letzte Aktivität vor zwei Jahren — wirkt schlimmer als gar keines.
Vorsicht vor den «Google-Anrufen»
Kaum ist dein Profil aktiv, klingelt das Telefon: «Guten Tag, wir rufen im Auftrag von Google an, Ihr Eintrag ist nicht richtig verifiziert, für CHF 190.– im Monat übernehmen wir …» — auflegen. Google ruft dich nicht an. Alles, was in diesem Artikel steht, machst du selbst, gratis, in zwei Stunden. Wer dir dafür ein Monatsabo verkaufen will, verkauft heisse Luft.
Und die Website?
Das Profil ersetzt sie nicht — die beiden spielen zusammen: Wer dich im Dreierpack findet, klickt als Nächstes auf die Website und entscheidet dort, ob du die Offerte machen darfst. Wenn die Website alt, langsam oder nichtssagend ist, versandet der beste Karteneintrag im letzten Meter.
Genau diesen letzten Meter baue ich mit der Webentwicklung. Und wenn du nicht sicher bist, ob deine Website den Klick verdient: Meld dich — ich sage es dir gerade heraus.
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