Was erzählt ChatGPT über deine Firma? So findest du es raus — und korrigierst es
KI-Assistenten beantworten Kundenfragen über deinen Betrieb – ob du willst oder nicht. Der Selbsttest in zehn Minuten, die drei möglichen Ergebnisse und was du bei falschen oder fehlenden Antworten konkret tust.
Bidu
Webentwickler & Berater für KMU-Digitalisierung

Irgendwo fragt gerade jemand einen KI-Assistenten: «Kennst du einen zuverlässigen Sanitär in meiner Region?» Die Antwort fällt so oder so aus — mit dir oder ohne dich, mit korrekten Angaben oder mit geratenen. Was GEO grundsätzlich ist, habe ich vor ein paar Wochen erklärt. Heute wird es praktisch: Wir schauen nach, was die KI über deine Firma erzählt. Der Test dauert zehn Minuten, kostet nichts — und das Ergebnis ist öfter ernüchternd, als dir lieb ist.
Der Selbsttest: drei Fragen, mehrere Assistenten
Stell den KI-Assistenten diese drei Fragen (in eigenen Worten, hier als Muster):
- Die direkte Frage: «Was weisst du über die [Firma] in [Ort]?» — zeigt, ob und was die KI über dich gespeichert und gefunden hat.
- Die Kundenfrage: «Empfiehl mir einen [deine Branche] in [deine Region].» — so fragen echte Kunden. Hier zählt nur eines: Kommst du vor?
- Die Detailfrage: «Welche Leistungen bietet [Firma] an, und was kostet das ungefähr?» — hier zeigen sich falsche und veraltete Angaben am schnellsten.
Zwei Dinge dabei beachten. Erstens: Frag mehrere Assistenten, nicht nur einen — ChatGPT (wenn möglich mit eingeschalteter Websuche), Perplexity, Gemini, Claude. Perplexity ist besonders aufschlussreich, weil es seine Quellen anzeigt: Du siehst schwarz auf weiss, woher die Angaben über dich stammen. Zweitens: Stell jede Frage ruhig zweimal. KI-Antworten variieren — du suchst nicht die eine definitive Antwort, sondern die Tendenz.
Die drei möglichen Ergebnisse
1. Du kommst vor, die Angaben stimmen. Glückwunsch, du gehörst zur Minderheit. Zu tun gibt es trotzdem etwas: Trag dir den Test alle drei bis vier Monate in den Kalender ein. Die Modelle und ihre Quellen ändern sich laufend — Sichtbarkeit ist ein Zustand, kein Besitz.
2. Du kommst vor, aber die Angaben sind falsch. Alte Adresse, längst eingestellte Leistungen, erfundene Details: Wenn der KI Fakten fehlen, rät sie — und zwar plausibel klingend. Das ist die gefährlichste Variante, weil sie seriös daherkommt. Im harmlosen Fall nennt sie falsche Öffnungszeiten. Im weniger harmlosen empfiehlt sie dich für eine Leistung, die du gar nicht mehr anbietest — und der Anrufer ist verärgert, bevor du je mit ihm gesprochen hast.
3. Du kommst nicht vor — dafür deine Konkurrenz. Der häufigste Fall bei kleinen Betrieben. Die KI kennt dich schlicht nicht oder findet zu wenig Verwertbares, um dich zu empfehlen. Das ist keine Bosheit, sondern Futtermangel.
Woher die KI ihr Wissen hat — und warum du es genau dort korrigierst
Das Wichtigste zuerst: Es gibt kein Formular «Eintrag ändern» bei ChatGPT. KI-Assistenten beziehen ihr Wissen aus dem offenen Web: von deiner Website, aus dem Google Business Profile und anderen Verzeichnissen, aus Bewertungen, aus Zeitungs- und Vereinserwähnungen. Falsche KI-Antworten korrigierst du deshalb nicht «in der KI», sondern an den Quellen:
- Deine Website ist Wahrheit Nummer eins. Adresse, Leistungen, Team, Preise — alles aktuell? Veraltete Inhalte sind nicht neutral, sie sind Futter für falsche Antworten. Und eine FAQ, die echte Kundenfragen in ganzen Sätzen beantwortet, gibt der KI genau das Material, das sie zitieren kann.
- Google Business Profile und Verzeichnisse pflegen. KI-Assistenten mit Websuche bedienen sich kräftig aus diesen Quellen. Wie du das Profil in zwei Stunden sauber aufsetzt, steht hier.
- Überall dieselben Angaben. Wenn Website, Google-Profil und local.ch drei verschiedene Schreibweisen und zwei verschiedene Adressen zeigen, mixt die KI daraus ihre eigene Version. Einmal alle Einträge durchgehen und vereinheitlichen.
- Das technische Fundament. Dürfen KI-Crawler überhaupt auf deine Website? Ist der Inhalt ohne JavaScript lesbar? Gibt es strukturierte Daten und eine llms.txt? Das sind die fünf Hebel aus dem GEO-Artikel — und genau die prüft mein Website-Schnell-Check in zehn Sekunden, GEO-Score inklusive.
Realistische Erwartungen
Nichts davon wirkt über Nacht. Bis KI-Assistenten ein aktualisiertes Bild von dir zeichnen, vergehen Wochen bis Monate. Und sie bleiben Wahrscheinlichkeits-Maschinen: Auch ein perfekt gepflegter Auftritt garantiert keine Erwähnung — er macht sie nur deutlich wahrscheinlicher. Genau darum geht es: die Tendenz auf deine Seite ziehen, solange die Konkurrenz noch nicht einmal weiss, dass dieses Spiel läuft.
Also: Mach den Zehn-Minuten-Test. Heute noch, mit den drei Fragen oben. Wenn das Ergebnis wehtut, zeigt dir der Website-Schnell-Check, welche technischen Baustellen dahinterstecken. Und wenn du sie nicht selbst wegräumen willst: Meld dich — ich schaue es mir an und sage dir gerade heraus, was es braucht und was nicht.
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