Was kostet eine Website in der Schweiz wirklich? Ehrliche Zahlen statt «ab CHF 490.–»
Von der 500-Franken-Baukasten-Seite bis zur 50'000-Franken-Agentur-Offerte: Was hinter den Preisen steckt, wo du sparen kannst – und wo Sparen teuer wird.
Bidu
Webentwickler & Berater für KMU-Digitalisierung

Frag drei Anbieter, was eine Website kostet, und du bekommst drei Antworten zwischen 500 und 50’000 Franken. Alle drei sind ernst gemeint. Wie kann das sein?
Weil «eine Website» ungefähr so präzis ist wie «ein Fahrzeug». Ich baue selbst Websites und sage dir hier ohne Verkaufs-Brille, wofür du bei welchem Preis bezahlst – und welche versteckten Kosten in kaum einer Offerte stehen.
Die drei Preisklassen im Überblick
Baukasten selbst gemacht: 0–500 Franken pro Jahr
Wix, Squarespace, Webflow und Co. Wenn du gerne selbst bastelst, wenig Spezialwünsche hast und die Zeit dafür aufbringst, ist das ein legitimer Weg – für Vereine, Nebenprojekte oder den allerersten Auftritt.
Die ehrliche Rechnung: Der Baukasten kostet wenig Geld, aber viel Zeit. Rechne 20–40 Stunden für ein Resultat, das okay aussieht. Wenn dein Stundensatz als Unternehmer 100 Franken ist, hast du gerade eine 3’000-Franken-Website gebaut – nur ohne Rechnung.
Professionell umgesetzt: 2’000–10’000 Franken
Hier bewegen sich die meisten KMU-Websites: individuell gestaltet, technisch sauber, auf Google auffindbar, auf dem Handy schnell. Der Preis hängt vor allem an drei Faktoren:
- Umfang: Ein Onepager ist nicht dasselbe wie 15 Unterseiten mit Blog.
- Inhalte: Lieferst du Texte und Bilder, oder müssen die erst entstehen? Diese Inhalte sind oft der grösste versteckte Posten.
- Funktionen: Kontaktformular ist Standard. Buchungssystem, Mehrsprachigkeit, Kundenlogin – jedes Extra kostet.
In dieser Klasse arbeite auch ich. Dank KI-gestützten Workflows geht vieles schneller als früher – das drückt den Preis, ohne dass die Qualität leidet. Wie das konkret abläuft, steht auf meiner Webentwicklungs-Seite.
Agentur-Projekte: 15’000 Franken und (weit) mehr
Berechtigt, wenn du eine Marke mit vielen Beteiligten bist, Corporate-Design-Prozesse brauchst, komplexe Systeme anbindest oder einen Shop mit vierstelligen Produktzahlen betreibst. Für die typische KMU-Website bezahlst du in dieser Klasse vor allem eines mit: Meetings, Projektleitung und Zwischenschichten, die du wahrscheinlich nicht brauchst.
Die Kosten, die in keiner Offerte stehen
Laufende Kosten. Hosting (5–30 Franken pro Monat), Domain (~15 Franken pro Jahr), bei WordPress kommen Updates und Wartung dazu – ungepflegte WordPress-Seiten sind das Einfallstor Nummer eins für gehackte KMU-Websites. Statisch generierte Seiten (wie ich sie baue) haben hier einen stillen Vorteil: kaum Angriffsfläche, kaum Wartung.
Inhalte nachliefern. Der häufigste Grund, warum Website-Projekte sich um Monate verzögern, sind fehlende Texte und Bilder. Kläre vor Projektstart, wer sie liefert – und was es kostet, wenn es der Anbieter tun soll.
Die «zweite Website». Billig gestartet heisst oft: Nach zwei Jahren ist die Seite unbrauchbar, und du bezahlst nochmals von vorn. Die teuerste Website ist die, die du zweimal baust.
Woran du eine faire Offerte erkennst
- Der Anbieter fragt zuerst nach deinen Zielen, nicht nach deinem Budget.
- Es ist klar aufgeschlüsselt, was enthalten ist: Anzahl Seiten, Inhalte, SEO-Grundlagen, Anzahl Korrekturrunden.
- Die laufenden Kosten stehen drin, nicht nur der Erstellungspreis.
- Du bekommst eine ehrliche Antwort auf die Frage: «Was passiert, wenn ich später selbst Texte ändern will?»
Und ein Warnsignal zum Schluss: Wer dir eine Website verkauft, ohne je gefragt zu haben, was sie erreichen soll (Anfragen? Bewerbungen? Verkäufe?), verkauft dir Dekoration.
Mein Fazit
Für die meisten Schweizer KMU liegt der vernünftige Rahmen bei 2’000 bis 10’000 Franken für eine professionell gebaute Website – plus bescheidene laufende Kosten. Darunter bezahlst du mit deiner Zeit, darüber oft für den Apparat drumherum.
Wenn du wissen willst, wo dein Projekt in diesem Rahmen landet: Schreib mir zwei Sätze dazu über das Kontaktformular – du bekommst eine ehrliche Einschätzung, keine Verkaufsshow.
Weiterlesen
WebentwicklungWas Fremde in 10 Sekunden über deine Website herausfinden — und was davon gefährlich ist
Verschlüsselung, sichtbare Software-Versionen, ungeschützte Mail-Domain: Was jeder von aussen über deine Website sieht, was Angreifer damit anfangen — und wie du die vier häufigsten Löcher an einem Nachmittag stopfst.
WebentwicklungSEO-Grundlagen ohne Agentur: Was Google wirklich von deiner Website braucht
Seitentitel, Beschreibung, H1, Sitemap — die sieben technischen Handgriffe, die jede KMU-Website erledigt haben muss. Verständlich erklärt, an einem Nachmittag umsetzbar, ganz ohne Agentur-Mandat.
WebentwicklungImpressum und Datenschutzerklärung: Was deine Website in der Schweiz wirklich braucht
Braucht eine Schweizer KMU-Website ein Impressum? Und was muss seit dem neuen Datenschutzgesetz in die Datenschutzerklärung? Die Antworten in Klartext — plus was du getrost weglassen kannst.